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This article is published by Christliche Initiative Romero e.V., 14-12-2007

Indische Bekleidungsfabrik versucht Clean Clothes Campaign mundtot zu machen

Maulkorb für Arbeitsrechte



Die Clean Clothes Campaign/ Kampagne für 'Saubere' Kleidung und das India Committee of the Netherlands unterstützen mit einer Öffentlichkeitskampagne die ArbeiterInnen der indischen Fabrik FFI und der Konzerntochter JKPL in Bangalore, um deren Arbeitsbedingungen zu verbessern. Im Juni 2007 verklagte FFI die Clean Clothes Campaign sowie lokale Organisationen. Die indischen Gewerkschaften und lokalen Organisationen wurden durch ein Gerichtsurteil bereits mundtot gemacht: Sie dürfen sich zu dem Fall nicht mehr äußern.

Der CCC soll nun Ähnliches widerfahren. Auch will das indische Gericht die Verantwortlichen der CCC mit internationalem Haftbefehl suchen und nach Indien ausliefern lassen. Vorwurf: "Internetkriminalität", "Fremdenfeindlichkeit", "Rassismus", "Verbreitung falscher Informationen". Die CCC und mit ihr Organisationen wie Amnesty International und die ITUC (Int. Trade Union Federation) kritisieren diesen Versuch scharf, das Publikmachen von Arbeitsrechtsverletzungen zu verhindern, um zu einer Verbesserung in den Fabriken beizutragen. Der indischen Gewerkschaften GATWU und NTUI sowie den NRO Cividep und Munnade zu verbieten, sich zur Fabrik FFI kritisch zu äußern, stellt eine schwerwiegende Verletzung des Rechts auf freie Meinungsäußerung und des Rechts auf Organisationsfreiheit dar, ebenso wie die Entlassung von 85 Gewerkschaftsmitgliedern 2006.Der "FFI-Fall" droht ein Präzedenzfall zu werden, der die Arbeit aller Menschen- und Arbeitsrechtsorganisationen sowie der Gewerkschaften weltweit bedroht. Die CCC ruft deswegen zu einem Protesttag am 17.12. vor den Geschäften des wichtigsten Kunden von FFI auf, der Modemarke G-Star. G-Star weigert sich, auf FFI einzuwirken, damit FFI die Arbeitsrechtsverletzungen abstellt und den Prozess gegen die lokalen Organisationen sowie die CCC, das India Committee sowie deren Internetprovider einstellt.

Solidarität muss praktisch werden:

Schreiben Sie eine Protestmail - schnell und einfach hier klicken.

Das G-Star Geschäft in ihrer Nähe finden Sie hier.

Konfrontieren Sie G-Star mit den Forderungen der CCC:

  • Weitere Aufträge an FFI/JKPL sollen nur platziert werden, wenn FFI a) alle Klagen gegen lokale und internationale Organisationen sowie Einzelpersonen, die im Zusammenhang mit diesem Fall stehen, fallen lässt sowie b) in Dialog tritt mit den VertreterInnen der ArbeitnehmerInnen (darunter GATWU, Cividep, Munnade and NTUI), mit dem Ziel, die Arbeitsrechtsverletzungen in der Fabrik abzustellen;
  • G-Star soll eine „Exit-Strategie“ entwickeln, um die ArbeiterInnen von FFI/JKPL vor einem Arbeitsplatzverlust zu schützen. G-Star soll ggf. offene Aufträge in anderen Fabriken, die in der Nähe der FFI-Fabrik liegen, platzieren und dafür sorgen, dass diese Fabriken den FFI/JKPL-ArbeiterInnen Arbeitsplätze anbieten. G-Star soll öffentlich machen, dass der Rückzug aus FFI/JKPL direkt mit dem Verhalten von FFI zusammenhängt.
  • G-Star muss FFI darüber transparent in Kenntnis setzen, dass eine Umsetzung des G-Star-Verhaltenskodex nur möglich ist, wenn die Vereinigungsfreiheit vollständig implementiert ist. Die Implementierung der Vereinigungsfreiheit beinhaltet, dass sich alle Gewerkschaften, die dies wünschen, in FFI/JKPL organisieren können und dass FFI/JKPL von jeglichen Aktivitäten Abstand nimmt, die dies erschweren oder verhindern könnten. Ganz praktisch bedeutet dies vor Ort, dass die Anklagen gegen GATWU, NTUI, Cividep, Munnade und die CCC Task Force Tamil Nadu fallen gelassen werden.Eine Erklärung zu veröffentlichen, die klarstellt, dass es mit der Erwartung von G-Star, wie das Recht auf Organisationsfreiheit implementiert wird, unvereinbar ist, wenn Arbeitsrechtsorganisationen dafür verklagt werden, weil sie Informationen über Arbeitsrechtsverletzungen bekannt machen.
  • Keine Sozialaudits in FFI durchzuführen, so lange GATWU, Cividep, Munnade und NTUI mit juristischen Schritten die Möglichkeit genommen wird, ihre Meinung in die Audits einzubringen.
Weitere Informationen:

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Landelijke India Werkgroep - December 20, 2007