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Onderstaand artikel is gepubliceerd in: Solidarische Welt 100, November 1982      

Solidarisches Handeln verhindert millionenfaches Elend

Das Indien-Komitee in den Niederlanden, ein Zusammenschluß von mehreren Solidaritätsgruppen, die sich zum Ziel gesetzt haben, die Öffentlichkeit über die Situation in Indien kritisch zu informieren, hörte von dem verzweifelten Überlebenskampf der traditionellen Fischer. Es ging der Sache nach und veröffentliche darüber eine Dokumentation mit den Schlagzeilen: "Blaue Revolution in Indien - Millionen Fischer durch moderne Fischfangdampfer bedroht!" Die Medien nahmen den Fall auf und verschafften ihm eine große Öffentlichkeit. Das Indien-Komitee schrieb außerdem an den Entwicklungshilfeminister und verwies auf den offenkundigen Widerspruch zwischen der offiziell verkündeten Entwicklungspolitik, nämlich den ärmsten Bevölkerungsschichten helfen zu wollen und der hier geübten Praxis. Von dieser Entwicklungszusammenarbeit würden nur die zwei Schiffswerften in Holland und die wettigen Besitzer der modernen Fischfangdampfer profitieren, denn der Export von Garnelen aus Indien nach den Niederlanden habe sich in den 3 Jahren von 1977 bis 1980 mehr als verzehnfacht und steige noch weiter. Auf der anderen Seite bleibe für die traditionellen Fischer von dem Fischreichtum fast nichts mehr übrig, was ihre Existenzgrundlage ruiniere, die Fischversorgung der eigenen Bevölkerung verknappe und wegen der damit verbundenen Preissteigerungen Fische für die Armen unerschwinglich mache. Zu beachten sei außerdem, daß je Fischer 2 bis 3 Personen an der Verarbeitung und Vermarktung der Fische beteiligt seien, also das Elend unvorstellbare Ausmaße annehmen werde.
Das Indien-Komitee forderte deshalb, die Lieferung von solchen modernen Fischfangdampfern und ihre Finanzierung aus Entwicklungshilfegeldern einzustellen. Stattdessen sollte mil diesen Finanzmitteln den traditionellen Fischern geholfen werden, ihre eigenen Fangmethoden zu verbessern. Dadurch könnten die vielen schädlichen Folgen für den Fischreichtum und die Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten vieler Millionen armer Menschen vermieden werden.
Die nationale Interessenvertretung der indischen traditionellen Fischer unterstützte diese Aktionen und Forderungen in einem Brief an den holländischen Entwicklungshilfeminister und beschrieb nochmals die miserable Lage ihrer Mitglieder.
All diese Proteste hatten schließlich Erfolg. Die holländische Regierung beschloß, keine weiteren Fischfangschiffe nach Indien zu liefern, bis eine eigene Kommission die Auswirkungen dieser Hilfspolitik untersucht hat.
Dieses Beispiel zeigt, wie Öffentlichkeitsarbeit und solidarische Aktionen bei uns mindestens ebenso wichtig für die Armen in der Dritten Welt sind wie finanzielle Hilfe vor Ort.

Wiedergabe des wesentlichen Inhalts eines englischen Berichts in der indischen Monatszeitschrift "HOW" vom Dezember 1981, übersetzt von Martin Gugeler.




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Landelijke India Werkgroep - 31 maart 2005